Acht Trends in der Netzwerksicherheit

Die aktuellen Trends in der Netzwerksicherheit sind von einem dramatischen Technologiewandel geprägt. Wir haben acht dieser Trends für Sie zusammengestellt

Autor: James Lyne, Director of Technology Strategy

Die Technologien in der Netzwerksicherheit haben sich in letzter Zeit drastisch verändert. Neue mobile Betriebssysteme, die zunehmende Verwendung von privaten Mobilgeräten und Software-as-a-Service (SaaS) machen die Sicherung von Netzwerken zu einer immer größeren Herausforderung. Möglich werden all diese Entwicklungen durch Verbesserungen in der Netzwerkinfrastruktur, über die sich Geräte innerhalb des Netzwerkes oder darüber hinaus miteinander verbinden können. Netzwerkverbindungen werden immer schneller, es gibt immer mehr Remote-Benutzer, und der Anteil mobiler Netzwerke nimmt deutlich zu. Deshalb müssen wir darüber nachdenken, wo und wie wir Sicherheit gewährleisten müssen, und welche Richtlinien wir dafür benötigen. Nachfolgend finden Sie acht Trends, die für die Netzwerksicherheit und Ihre Sicherheitsstrategie maßgeblich sind.

1. Mobile Netzwerke, VPNs und mobile Benutzer

Benutzer, die sich von vielen verschiedenen Standorten aus anmelden, stellen die Netzwerksicherheit in ihrer herkömmlichen Form auf eine harte Probe. Firewalls werden immer durchlässiger, da Mitarbeiter über iPads, Android-Geräte, Tablets und PCs auf Dienste zugreifen. Daher sind in diesem Bereich Sicherheitslösungen erforderlich, die die klassischen PC-Lösungen abbilden aber auch verbessern. Für viele Unternehmen liegt ein klarer Fokus auch darauf, kleine Außenstellen oder Home Offices besser anzubinden. Bei Ihrer Netzwerkstrategie kommt es darauf an, dass Sie den plattformübergreifenden Zugriff auf Unternehmensdaten sicher gestalten, auch wenn die Netzwerkgrenzen immer weiter verschwimmen.

2. Gezielte Angriffe und Advanced Persistent Threats

APTs (Advanced Persistent Threats) stellen die nächste Generation der Internetkriminalität dar. Viele Jahre lang haben Netzwerksicherheitsfunktionen wie Web Filtering oder IPS eine Schlüsselrolle bei der Identifizierung solcher Angriffe gespielt – meist nachdem der erste Angriff bereits erfolgt war. Da die Angreifer immer dreister werden und immer ausgefeiltere Techniken einsetzen, muss die Netzwerksicherheit in andere Sicherheitsdienste integriert werden, um neue Angriffe besser zu erkennen. Hier müssen wir in den kommenden Jahren völlig neue Schutzmechanismen entwickeln.

3. Private Geräte im Firmennetzwerk

Der Trend geht zu “Bring Your Own Device” (auch BOYD genannt): Immer mehr Mitarbeiter möchten ihre eigenen Geräte nutzen, was dazu führt , dass private iPads, iPhones und Android-Geräte im Unternehmensnetz verwendet werden. Damit dieser Trend nicht zum Problem wird, müssen Sie sich auch auf die Absicherung von Geräten konzentrieren, für die ggf. keine klassische Lösung wie beispielsweise ein Endpoint-Agent zur Verfügung steht – oder bei denen sie nicht richtig funktioniert.

Wenn sich z.B. ein Benutzer mit einem Mac anmeldet, auf dem Schad-Code ausgeführt wird, sollte Ihre Netzwerksicherheitslösung dies auch erkennen: sie sollte feststellen, wenn das Gerät versucht, Aktualisierungen des schädlichen Codes abzurufen, oder andere verdächtige Aktivitäten ausführt – und entsprechende Abhilfe schaffen können. Andernfalls werden Sie auf die Gefährdung vielleicht erst dann aufmerksam, wenn bereits ein Schaden entstanden ist. Es wird somit immer wichtiger, dass Ihre verschiedenen Sicherheitsebenen aufeinander abgestimmt sind – insbesondere im Netzwerkbereich.

4. Schutz von Webanwendungen und Webservern

Die Gefahr von Angriffen auf Webanwendungen mit der Hacker Daten stehlen oder schädlichen Code verbreiten möchten, ist noch nicht gebannt. Cyberkriminelle verbreiten schädlichen Code über legitime Webserver, die sie infiziert haben. Aber auch der Datendiebstahl, von dem oft in den Medien zu hören ist, stellt eine nicht zu unterschätzende Bedrohung dar. In der Vergangenheit haben sich Unternehmen bei ihren Sicherheitsinvestitionen darauf konzentriert, herkömmliche Malware von den PCs und dem Netzwerk fernzuhalten. Heutzutage müssen Sie verstärkt auf den Schutz von Webservern und Webanwendungen setzen. Ähnliche Herausforderungen liegen für in ihrer Entwicklung begriffene Technologien wie HTML5 vor uns (mehr Information zu diesem neuen Trend erhalten Sie in unserem Artikel HTML5 und die Sicherheit im neuen Web.

5. IPv6: Umfassende Umstellung im Internet

IPv6 ist das neue Internetprotokoll, das IPv4 ersetzt. Es stellt das Backbone unserer Netzwerke und dem Internet dar. Der Schutz von IPv6 beinhaltet nicht nur die Frage, wie man die Funktionen von IPv4 übertragen kann. IPv6 ist zwar ein umfassender Ersatz, der mehr IP-Adressen verfügbar macht, das Protokoll weist jedoch einige grundlegende Änderungen auf, die in Sicherheitsrichtlinien beachtet werden müssen. Auch wenn sich Ihr Unternehmen mit der Einführung von IPv6 noch Zeit lässt – das Thema sollte auf Ihrer Netzwerksicherheitsagenda auf keinen Fall fehlen. Weitere Informationen zu IPv6 finden Sie in unserem Artikel Was spricht für einen Wechsel zu IPv6?.

6. Cloud-Dienste als Herausforderung

Kleine, mittlere und große Unternehmen nehmen in immer größerem Umfang Cloud-Dienste und SaaS in Anspruch. Dieser Trend stellt hohe Ansprüche an die Netzwerksicherheit, da der Netzwerkverkehr an den herkömmlichen Kontrollpunkten vorbei laufen kann. Da zudem die Anzahl der in der Cloud verfügbaren Anwendungen immer weiter steigt, müssen Richtlinienkontrollen für Webanwendungen und Cloud-Dienste ebenfalls weiterentwickelt werden.

Welche Benutzer sollten z.B. in der Lage sein, welche Diensten zu nutzen? Wer sollte Daten einstellen können, und wer sollte lediglich Leserechte haben? Obwohl für Cloud-Dienste eigene Sicherheitsmodelle entwickelt werden, müssen Sie diese doch weiterhin auf Ihre eigene Strategie abstimmen, damit es bei Kennwörtern, Berechtigungen und anderen Elementen der Sicherheitsinfrastruktur nicht zu unnötigen Problemen kommt. Die Cloud stellt zweifelsohne eine große Chance dar. Aber die Netzwerksicherheit muss mit der Weiterentwicklung der Cloud auch Schritt halten.

7. Zunehmende Verschlüsselung

Die konsequente Verschlüsselung schützt die Vertraulichkeit und Integrität von Daten. Die zunehmende Verschlüsselung bringt jedoch auch zusätzliche Herausforderungen für Netzwerksicherheitsgeräte mit sich. Wie soll z.B. Ihre Netzwerk-DLP (Data Loss Prevention) End-to-End-verschlüsselten Datenverkehr überprüfen, wenn auf einen bestimmten Cloud-Dienst zugegriffen wird? Damit die Sicherheit auch in einem solchen Szenario gewährleistet ist, kommt es in auf eine stimmige Zusammenarbeit zwischen dem Netzwerk und dem Endpoint an. Sie benötigen eine Strategie, die Ihre Netzwerksicherheit mit anderen Sicherheitsebenen für Endpoint, Web und Mobilgeräten integriert.

8. Das elastische Netzwerk

Die Netzwerkgrenzen müssen so flexibel sein, dass sie 4G- und LTE-Hochgeschwindigkeitsnetzwerke, Wireless Access Points, Außenstellen, Home Offices, mobile Benutzer, Cloud-Dienste und Dritte, die auf Ihre Anwendungen und Daten zugreifen, integrieren können. Diese Änderungen an Größe, Umfang und Struktur Ihres Netzwerks kann zu Fehlkonfigurationen führen, was wiederum Sicherheitslücken zur Folge haben kann. Sie benötigen daher Sicherheitslösungen, die durchgehend auf jedem einzelnen Gerät und jedem Element Ihrer Infrastruktur einsetzbar sind. Darüber hinaus brauchen Sie eine zentrale Verwaltung, damit Sie den Überblick über diese dynamische, flexible Infrastruktur sowie über die verschiedenen Sicherheitsebenen an jedem Endpoint behalten.

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