Sophos rät zur Vorsicht bei der Nutzung der Social Inbox auf Facebook

November 16, 2010 Sophos Press Release

Nach der Ankündigung von Facebook, mit einem neuen Messaging-Service die Kommunikation von Mitgliedern des Netzwerks durch Einbindung von E-Mail, SMS und Instant-Messaging zu bündeln, hat Sophos (www.sophos.de) den neuen Dienst unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Vor der Nutzung des Services sollten sich die User bewusst sein, dass die neuen Messaging-Funktionen noch mehr Angriffsmöglichkeiten für Cyberkriminelle bieten. „Facebook-Mitglieder werden durch den Dienst mit weiteren Nutzern außerhalb ihres persönlichen Facebook-Netzwerks verbunden – dies eröffnet Betrügern weitere Möglichkeiten, um Angriffe zu starten“, erklärt Graham Cluley, Senior Technology Consultant bei Sophos. In sozialen Netzwerken ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Link geöffnet wird, höher, weil die Nachricht von einem vermeintlich vertrauenswürdigen Profil – einem Facebook-Freund – stammt. Dadurch steigt die Versuchung für Cyberkriminelle, persönliche Profile zu hacken und ohne Wissen des Nutzers Schädlinge an sein Netzwerk zu verbreiten.

Sophos’ Rat an Facebook-Nutzer lautet daher, eine noch höhere Sorgfalt bei den Sicherheits- und Privatsphäreneinstellungen walten zu lassen, als bisher. Sie sollten zudem überprüfen, welche Anwendungen Zugriff auf ihren Account haben und diese sinnvoll wählen. Ein schwer zu knackendes Kennwort für das Facebook-Profil ist ein weiteres Muss.

Das gilt es beim neuen Service zu beachten

  • Die E-Mail-Adresse besteht aus dem Benutzernamen (häufig dem Klarnamen) bei Facebook gefolgt von @facebook.com: Max.Mustermann@facebook.com. Nutzer, die ihren Klarnamen als öffentlichen Profil-Namen gewählt haben, geben somit auch ihre Facebook-E-Mail-Adresse preis. (Die Nutzerin Evelin Meier hat dann die E-Mail-Adresse evelin.meier@facebook.com, die sich jeder Fremde selbst zusammensetzen kann, um diese zu adressieren.) Die Privatsphäreneinstellungen sollten daher so geändert werden, dass nur Mails von „Freunden“ empfangen werden können.
  • Mit dem neuen Service können nicht nur Links, Fotos und Videos versendet werden, sondern auch externe Inhalte wie Textdateien und Tabellen. Damit steigt potenziell die Gefahr, auch Schadsoftware oder Spam zu erhalten. E-Mails von Fremden werden zwar aussortiert und in einen gesonderten Ordner verschoben, allerdings gibt es keine Erkennungsmöglichkeit für gefälschte E-Mails, bei denen Betrüger den Namen eines Freundes nutzen. Diese Mails landen nach wie vor im „Freunde“-Ordner und sind damit vertrauenswürdig. Bisher ist noch unklar, wie die Bedrohungen durch externe Anhänge verhindert werden sollen. Auch wenn man sich bei Facebook in einem geschlossenen Kreis von Freunden wähnt, sollte man nicht jeder Nachricht vertrauen und stets kritisch bleiben, wenn sie Anhänge enthält, so wie das für jede externe E-Mail gilt.

„Die Anwender müssen sich zudem darüber im Klaren sein, dass Facebook ihre komplette Kommunikation mit anderen Mitgliedern speichert und archiviert. Auch diese Daten können in die falschen Hände geraten und missbraucht werden. Das sollte Vielen Anlass zur Sorge geben“, betont Graham Cluley. „Vor diesem Hintergrund sollte Facebook Mechanismen zur effektiven Filterung anbieten, damit Facebook-Nutzer nicht Betrügern und Versendern von neuen Spams, Scams und Phishing-Angriffen zum Opfer fallen.“