Das ‘Dreckige Dutzend‘ im zweiten Quartal 2010: USA weiterhin Top Spammer-Nation, Europa übertrifft Asien und landet auf der Spitzenposition der Kontinente

Juli 14, 2010 Sophos Press Release

Sophos hat die aktivsten Länder beim Versand unerwünschter Mails im zweiten Quartal 2010 ermittelt: Den Analysten der SophosLabs, der weltweiten Forschungszentren von Sophos, zufolge steigen die Schädigungen durch Spam signifikant an. Dabei geht es nicht nur um Werbung für ungewollte Produkte, sondern auch um die Verbreitung von Links zu schädlichen Websites und Computer-infizierender Malware. Mehr als 15 Prozent aller weltweit versendeten Spam-Mails kommen aus den USA, was die Nation erneut an die Spitze der Liste katapultiert. Deutschland verliert einen Platz im Vergleich zum ersten Kalenderquartal und befindet sich mit 4,0 Prozent auf Platz sieben wieder – die Schweiz liegt auf Platz 40 (0,48 Prozent) und Österreich auf Platz 43 (0,45 Prozent). Großbritannien steigt mit einem Anteil von 4,6 Prozent am weltweiten Spam-Aufkommen fünf Plätze nach oben und befindet sich aktuell auf Platz Vier unter den Top-Five-Spammer-Nationen der Welt. Die vermeintliche Spammer-Hochburg China konnte ihre Position um fünf Plätze auf Platz 20 verbessern. Im Vergleich der Kontinente übersprang Europa Asien bei weitem und wurde damit zum Kontinent mit den meisten Spammern.

Von Großbritannien aus– einer Nation, die im letzen Jahr ganz aus der „Spam Hall of Shame“ herausgefallen war – wurden im zweiten Quartal deutlich mehr Spam-Mails verschickt. Mit einem Anteil von 4,6 Prozent am weltweiten Spam-Aufkommen, schoben die Spammer Großbritannien von Platz Neun Anfang des Jahres auf den unrühmlichen Platz Vier.

Fast 97 Prozent aller E-Mails, die Unternehmens-Email-Server erhalten, sind Spam. Die Folge: Jede Menge Verschwendung von Zeit und Ressourcen, die letztendlich zu einem Produktivitätsverlust führt. Im Wesentlichen dient Spam dazu, Fälschungen wie etwa von Luxusuhren oder illegale Waren wie nachgemachte Medikamente oder falsche Diplome abzusetzen. Nahezu alle Spam-Mails werden von Rechnern versendet, die mit Schadprogrammen infiziert sind. Dabei handelt es sich dann um sogenannte Bots oder Zombies, die von Cyberkriminellen kontrolliert werden, die Herden mit Zehntausenden von Zombie-Computern unterhalten.

Computer-Anwender können unbemerkt Teil eines Botnets werden, indem sie beispielsweise auf Links zu infizierten Websites klicken, die mittlerweile regelmäßig in Spam-Nachrichten enthalten sind. Der einzige Weg, dieses Risiko fast vollständig zu reduzieren, ist eine Anti-Spam- und Anti-Malware-Lösung zu verwenden und sicherzustellen, dass die aktuellsten Patches und Updates für die gesamte Soft- und Hardware eingespielt sind.

„Es ist traurig zu sehen, dass die Spam-Verbreitung über Europäische Rechner im Kommen ist – Großbritannien, Frankreich, Italien und Polen haben sich alle im Ranking seit Anfang des Jahres herangearbeitet,“ sagt Graham Cluley, Senior Technology Consultant von Sophos. „Finanziell-getriebene Kriminelle kontrollieren umfassend Zombie-Computer nicht nur um Spam-Kampagnen zu launchen, sondern auch um Identitäten und Bank-Informationen zu stehlen. Es ist ein mühseliger Weg, Anwender über die Gefahren von Links oder Anhängen in Spam-Mails aufzuklären und über die Tatsache, dass ihre Rechner möglicherweise bereits unter der Kontrolle von Cyberkriminellen sind. Unternehmen und Anwender müssen geeignete Spam-Filter und IT-Sicherheits-Lösungen einsetzen, um nicht selbst zum weltweiten Problem des Spam-Versandes beizutragen.“

Die Rangliste der zwölf aktivsten Länder beim Spam-Versand

Sophos identifizierte folgende zwölf Länder, über die von April bis Juni 2010 die meisten Spam-Mails verbreitet wurden:

1. USA 15,2%
2. Indien 7,7%
3. Brasilien 5,5%
4. Vereinigtes Königreich 4,6%
5. Südkorea 4,2%
6. Frankreich 4,1%
7. Deutschland 4,0%
8. Italien 3,5%
9. Russland 2,8%
10. Vietnam 2,7%
11. Polen 2,5%
12. Rumänien 2,3%
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20. China 1,27%
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40. Schweiz 0,48%
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43. Österreich 0,45%

Vergleich der Kontinente: Europa auf Platz Eins vor Asien

Der Vergleich der Kontinente zeigt gegenüber den Monaten Januar bis März ein verändertes Bild: Mehr als ein Drittel aller Spam-Mails stammt aus Europa – damit hat der „alte Kontinent“ Asien von seiner Spitzenposition verdrängt. Weit dahinter, jedoch mit leicht steigender Tendenz konnte Nordamerika als Kontinent seinen dritten Platz im Vergleich zum ersten Quartal behaupten.

1. Europa 35,0%
2. Asien 30,9%
3. Nordamerika 18,9%
4. Südamerika 11,5%
5. Afrika 2,5%
Sonstige 1,2%

„Spam wird solange ein weltweites Problem sein, solange die Spammer damit Geld verdienen können. Wirtschaftlich gesehen macht das für die Kriminellen Sinn, selbst wenn nur eine kleine Gruppe auf die Links klicken,“ erklärt Graham Cluley. „ Zu viele Anwender riskieren eine Malware-Infektion, die ihre Rechner in ein Spam-Botnetz einbindet. Um die Spammer zu bekämpfen, reicht es nicht, dass Anwender ihre Sicherheitssoftware up-to-date halten, sondern sie müssen zudem dem Drang widerstehen Produkte zu kaufen, die über Spam beworben werden.“

Weitere Infos finden Sie in Graham Cluleys Blog (englisch).