Das 'Dreckige Dutzend' im ersten Quartal 2010: USA weiter führend in der Riege der zehn aktivsten Länder beim Spamversand, Deutschland ist zurück unter den Top-Zwölf

April 28, 2010 Sophos Press Release

Sophos hat die aktivsten Länder beim Versand unerwünschter Mails im ersten Quartal 2010 ermittelt: Den Analysten der SophosLabs, der weltweiten Forschungszentren von Sophos, zufolge nutzen Spammer zunehmend Links in Spam-Mails, die zu vermeintlich günstigen Kaufangeboten auf Websites führen, die mit Schadcode infiziert sind. Knapp 13 Prozent aller weltweit versendeten Spam-Mails kommen aus den USA, was das Land erneut an die Spitze der Liste katapultiert. Deutschland nimmt mit einem Anteil von 3,2 Prozent den sechsten Platz ein - die Schweiz befindet sich auf Platz 45 (0,45 Prozent) und Österreich auf Platz 50 (0,36 Prozent). China, oft als "Spammer der Superlative" verdächtigt, belegt mit knapp 1,9 Prozent nur Rang 15. Im Vergleich der Kontinente behauptet Asien nach wie vor die Spitzenposition - gefolgt von Europa auf dem zweiten und Nordamerika auf dem dritten Rang.

Prozentualer Anteil am Spamversand China

Unglaubliche 97 Prozent aller E-Mails, die Unternehmens-Email-Server erhalten, sind Spam. Die Folge: Jede Menge Verschwendung von Zeit und Ressourcen, die letztendlich zu einem Produktivitätsverlust führt. Im Wesentlichen dient Spam dazu, Fälschungen wie etwa von Luxusuhren oder illegale Waren wie nachgemachte Medikamente oder falsche Diplome abzusetzen. Nahezu alle Spam-Mails werden von Rechnern versendet, die mit Malware infiziert sind. Dabei handelt es sich dann um sogenannte Bots oder Zombies, die von Cyberkriminellen kontrolliert werden, die Herden mit Zehntausenden von Zombie-Computern unterhalten.

Computer-Anwender können unbemerkt Teil eines Botnets werden, indem sie beispielsweise auf Links zu infizierten Websites klicken, die mittlerweile regelmäßig in Spam-Nachrichten enthalten sind. Der einzige Weg, dieses Risiko fast vollständig zu reduzieren, ist eine Anti-Spam- und Anti-Malware-Lösung zu verwenden und sicherzustellen, dass die aktuellsten Patches und Updates für die gesamte Soft- und Hardware eingespielt sind.

Die Rangliste der 12 aktivsten Länder beim Spam-Versand

Sophos identifizierte folgende zwölf Länder, über die von Januar bis März 2010 die meisten Spam-Mails verbreitet wurden:

1. USA 13,1%
2. Indien 7,3%
3. Brasilien 6,8%
4. Südkorea 4,8%
5. Vietnam 3,4%
6. Deutschland 3,2%
=9. Vereinigtes Königreich 3,1%
=9. Russland 3,1%
=9. Italien 3,1%
10. Frankreich 3,0%
11. Romänien 2,5%
12. Polen 2,4%
Sonstige 47,3%
(45. Schweiz 0,45%)
(50. Österreich 0,35%)

„Zum Erstaunen Vieler ist China nur auf Platz 15 in der aktuellen Negativliste gelandet. Und das, obwohl das Land sich selbst einen schlechten Ruf erarbeitet hat, da es als Urheber zielgerichteter Angriffe auf Unternehmens- und Behördennetzwerke im Ausland vermutet wird. Aber China konnte immerhin in den letzten zwölf Monaten zeigen, dass es in der Lage ist, den Anteil von Spam-Mails, der von chinesischen Rechnern verschickt wird, konstant zu senken", sagt Graham Cluley, Senior Technology Consultant bei Sophos. „Eine neue dreckige Vierergruppe bestehend aus den Ländern Südkorea, Brasilien, Indien und dem Spitzenreiter USA hat sich formiert. Insgesamt über 30 Prozent aller weltweiten Spam-Versände, die von gehackten Computern ausgehen, stammen aus diesen Ländern. Um Spam-Versendern keinen Grund zu geben, Spam-Mails zu verschicken, sollten Computer-Anwender nie Produkte kaufen, die Ihnen per Spam angeboten wurden. Außerdem sollten sie sich mit geeigneter Software davor schützen, dass ihr PC unbemerkt zur Spam-Schleuder wird."

Vergleich der Kontinente: Asien weiterhin führend, Europa auf Platz zwei

Der Vergleich der Kontinente zeigt gegenüber dem Vorjahr 2009 ein fast unverändertes Bild: Mehr als ein Drittel aller Spam-Mails stammt aus Asien. Obwohl die USA ihre Spitzenposition in der Rangliste der Länder erneut bestätigt, konnte Nordamerika als Kontinent insgesamt sein Spam-Aufkommen reduzieren. In der Negativliste verbesserte sich Nordamerika im Vergleich zum vorhergehenden Quartal von dem zweiten auf den dritten Platz.

1. Asien 33,7%
2. Europa 31,2%
3. Nordamerika 16,9%
4. Südamerika 14,7%
5. Afrika 2,6%
Sonstige 0,9%