Das 'Dreckige Dutzend' im vierten Quartal 2008: Social Networks zunehmend für Spam missbraucht

Januar 22, 2009 Sophos Press Release


Bill Gates sagte im Januar 2004 das Ende von Spam innerhalb von zwei Jahren voraus.

Sophos hat die Spam-Trends und aktivsten Länder beim Versand unerwünschter Mails im vierten Quartal 2008 ermittelt: Den Analysen der SophosLabs, der weltweiten Forschungszentren von Sophos, zufolge nutzen Spammer zunehmend unterschiedliche Täuschungstaktiken und Verbreitungswege: Dazu gehört auch der Versand von Spam über Social-Network-Plattformen wie Facebook oder Twitter. Zudem enthalten immer mehr Spam-Mails schädliche Dateianhänge oder Links, die auf infizierte Websites führen. Knapp 20 Prozent aller Spam-Mails stammten im vierten Quartal 2008 aus den USA, die die Rangliste der zwölf aktivsten Länder beim Spam-Versand damit weiter anführen. Deutschland nimmt mit einem Anteil von 2,4 Prozent den elften Rang ein – die Schweiz findet sich auf Platz 38 (0,35 Prozent) und Österreich auf Platz 44 (0,25 Prozent). Im Vergleich der Kontinente behauptet Asien nach wie vor die Spitzenposition – gefolgt von Nord-Amerika auf dem zweiten und Europa auf dem dritten Rang.

Sascha Pfeiffer, Principal Security Consultant bei Sophos: 'Vor genau fünf Jahren sagte Bill Gates beim Weltwirtschaftsforum in Davos das Ende von Spam innerhalb von zwei Jahren voraus. Jetzt sind fünf Jahre vorbei und von einem Spam-Rückgang kann keine Rede sein. Den bis heute andauernden Spam-Versand konnten bislang weder das strengere gesetzliche Vorgehen gegen Spammer noch die Schließung einiger Internet-Provider, die Spam unterstützen, oder die permanent verbesserten Antispam-Lösungen eindämmen.'

Das 'Dreckige Dutzend': USA behält Spam-Krone

Auch im vierten Quartal 2008 kamen die meisten Spam-Mails aus den USA: Mit einem Anteil von 19,8 Prozent behaupten diese erneut Rang eins. China hat im Vergleich zum dritten Quartal deutlich zugelegt und ist mit einem Spam-Anteil von 9,9 Prozent (drittes Quartal: 5,4 Prozent) auf den zweiten Platz vorgerückt. Russland belegt mit 6,4 Prozent den dritten Rang. Im Gegensatz dazu sind Länder wie Kanada, Japan und Frankreich, die noch vor fünf Jahren zu den aktivsten Spam-Nationen gehörten, aktuell nicht mehr in den Top 12 vertreten. Deutschland dagegen ist mit 2,4 Prozent in das ‘Dreckige Dutzend‘ zurückgekehrt und liegt im vierten Quartal 2008 auf Rang elf.

Sophos identifizierte folgende Länder, über die zwischen Oktober und Dezember 2008 die meisten Spam-Mails verbreitet wurden:

Vergleich der Kontinente: Asien führt, Nordamerika und Europa fast gleich auf

Die Rangliste nach Kontinenten, aus denen die meisten Spam-Mails verschickt wurden, ergibt folgendes Bild:

Immer mehr Spam via Social Networks

Spammer stellten sich im vierten Quartal 2008 gezielt auf die Tatsache ein, dass Web 2.0 Plattformen wie Facebook oder Twitter mittlerweile regelmäßig von Computeranwendern genutzt werden. Online-Kriminelle legen es dabei vor allem darauf an, an vertrauliche Unternehmens- oder Userdaten zu gelangen. Hierfür versenden sie beispielsweise gefälschte Nachrichten und Kontaktanfragen an Social-Network-Anwender oder locken User per Link auf infizierte Websites.

Sascha Pfeiffer: 'Cyberkriminelle haben erkannt, dass sich Social-Network-Nutzer leichter austricksen lassen, wenn sie glauben, die Nachricht stamme von einem anderen Netzwerk-Mitglied, als bei unaufgefordert erhaltenen E-Mails. Solange Anwender darauf hereinfallen, werden die Betrügereien weitergehen. Daher ist jeder Nutzer aufgefordert, bei elektronischen Nachrichten – ob via E-Mail, Social Network oder Twitter – entsprechend vorsichtig zu sein.'

Um sich vor Spam- und Malware-Attacken zu schützen rät Sophos allen Unternehmen und Computeranwendern, ihre Antiviren-Lösungen automatisch zu aktualisieren und integrierte Sicherheitslösungen an ihren E-Mail- und Web-Gateways einzusetzen.