Sophos Viren Top Ten im Mai: Trendwende im Land der Viren, Würmer und Trojaner

Juni 01, 2006 Sophos Press Release

Die aktuelle Viren-Hitliste von Sophos zeigt, dass die Verbreitung klassischer Viren und Massen-Mailing-Würmer gegenüber gezielten Attacken zunehmend abnimmt. Insgesamt registrierten die Experten der SophosLabs, der weltweiten Forschungszentren des Computersicherheits-Spezialisten, im Mai 2006 1.538 neue Schadprogramme. Während der Anteil von Trojanern am Schädlingsaufkommen im Mai bei mehr als 85 Prozent lag, gehörten dagegen nur 12,3 Prozent aller neuen Schadprogramme zu den Viren und Würmern. Trojaner werden von Cyberkriminellen gezielt eingesetzt, um vertrauliche Daten und Informationen auf den Rechnern von Computeranwendern und Unternehmen auszuspionieren. Wenn auch ihr Verbreitungsgrad gegenüber Viren und Würmer, die sich oft selbstständig an die auf den infizierten PCs gespeicherten Kontakte weiter versenden, geringer ist, ist ihr Schadpotenzial umso höher.

Folgende elektronische Schädlinge waren im Mai 2006 besonders stark verbreitet:

Altbekannte Viren dominieren Hitliste

Mit einem Anteil von 16,7 Prozent an der Gesamtverbreitung elektronischer Schadcodes konnte Netsky-P auch im Mai seine Spitzenposition halten. Der E-Mail-Wurm ist seit mehr als zwei Jahren in Umlauf und befällt noch immer zahlreiche Rechner und IT-Systeme. Auch auf den dahinter liegenden Rängen gab es im Mai keine wesentlichen Veränderungen im Vergleich zu den Vormonaten: Am stärksten vertreten war die Familie der Mytob-Würmer mit fünf Varianten.

Insgesamt war im Mai eine von 141 E-Mails mit einem Schadprogramm infiziert. Im selben Zeitraum des Vorjahres enthielt noch eine von 38 Mails einen Virus, was den deutlichen Rückgang von Viren und Würmern, die sich massenweise per E-Mail oder über Internet verbreiten, bestätigt.

Hierzu Christoph Hardy, Security Consultant bei Sophos: 'Die starke Position des Netsky-P-Wurms an der Spitze der Viren-Charts sollte nicht dazu verleiten, zu glauben, das Problem ständig neuer Malware gehöre der Vergangenheit an. Kriminelle Virenprogrammierer und Hacker konzentrieren sich vielmehr auf gezielte Attacken. Mittels Spyware-Technologien versuchen sie, Computeranwender und Unternehmen systematisch auszuspionieren. Firmen müssen daher ihre IT-Sicherheits-Strategien ganzheitlich ausrichten und ihre Anti-Viren-Software an den Gateways und Desktops um Firewalls, die Installation regelmäßiger Security-Patches und den gewissenhaften Umgang mit Internet und E-Mail ergänzen.'

Mitglieder der Online-Community MySpace senden sich massenweise Kettenbriefe

Folgende zehn E-Mail-Falschmeldungen und -Kettenbriefe waren im Mai besonders stark verbreitet:

Christoph Hardy: 'Nummer eins der lästigsten Kettenbriefe ist im Mai der Olympic Torch Hoax. Die Versender behaupten in der Nachricht, die Festplatten der Computeranwender würden unwiderruflich zerstört, sobald sie ein bestimmtes Attachment öffnen. Die populäre Online-Community MySpace beginnt mittlerweile ebenfalls, Erfahrung mit E-Mail-Hoaxes zu machen, da sich Mitglieder gegenseitig falsche Viren-Warnmeldungen schicken. Der MySpace Hoax schaffte es im Mai bereits auf Platz neun der Hitliste. Derartige Falschmeldungen und Kettenbriefe verärgern und beunruhigen die User und belegen zudem unnütz Bandbreite. Empfänger solcher Nachrichten sollten daher lieber zweimal nachdenken und die darin aufgestellten Behauptungen genau überprüfen, bevor sie die E-Mails weiterleiten.'

Ausführliche Informationen zum sicheren Computer-Umgang sowie Anti-Hoax-Richtlinien finden Computeranwender und Unternehmen unter: http://www.sophos.de/virusinfo/bestpractice/

Die Grafik der monatlichen Viren Top Ten steht unter http://www.sophos.de/pressoffice/imggallery/topten/ zum Download bereit.