Die zwölf aktivsten Länder beim Spam-Versand

April 20, 2006 Sophos Press Release

Der Computersicherheits-Spezialist Sophos hat die Länder ermittelt, aus denen zwischen Januar und März 2006 die meisten Spam-Mails versendet wurden. Spitzenreiter der zwölf aktivsten Nationen beim Versand unerwünschter Massen-E-Mails sind weiterhin die USA mit einem Anteil von 23,1 Prozent - dicht gefolgt von China (21,9 Prozent) und Südkorea (9,8 Prozent). Während der Anteil von Nordamerika am weltweiten Spam-Aufkommen aufgrund der strengeren Gesetzgebung weiter abnimmt, beobachten die Experten der SophosLabs, der weltweiten Forschungszentren von Sophos, eine zunehmende Aktivität in Europa.

So kamen im ersten Quartal 2006 drei Prozent aller Spam-Mails aus Deutschland. Ebenso trugen Frankreich, Polen, Spanien, Großbritannien und die Niederlande zur steigenden Verbreitung unseriöser Werbe-Mails aus Europa bei. Zugleich infizieren immer mehr international agierende Spammer die Rechner ahnungsloser User gezielt mit Schadprogrammen und missbrauchen diese per Fernzugriff für den Massen-Versand von Spam-Nachrichten.

Zwischen Januar und März 2006 verbreiteten folgende Länder die meisten Spam-Mails:

Position Land Anteil
1 USA
   23.1%
2 China (inkl. Hong Kong)
   21.9%
3 Südkorea
   9.8%
4 Frankreich
   4.3%
5 Polen
   3.8%
6 Spanien
   3.3%
7 Deutschland
   3.0%
8 Brasilien
   2.9%
9 Japan
   2.0%
10 Großbritannien
   1.9%
11 Niederlande
   1.8%
12 Taiwan
   1.6%
Sonstige 20.6%


USA bekämpfen Online-Kriminalität

Jens Freitag, Senior Technology Consultant bei Sophos, erläutert: "Vor zwei Jahren waren die Vereinigten Staaten noch für mehr als die Hälfte aller weltweit verbreiteten Spam-Mails verantwortlich - aktuell liegt ihr Anteil bei weniger als 25 Prozent. Weltweit missbrauchen immer mehr kriminelle Spammer fremde Rechner per Remote-Zugriff für den Versand ihrer Ressourcen-fressenden Werbe-Kampagnen. Die Entwicklung in den USA zeigt, dass die amerikanischen Computeranwender endlich wachgerüttelt sind und einsehen, sich vor Hacker-Angriffen zu schützen."

Die USA gelten als Vorreiter bei der Bekämpfung der Online-Kriminalität. So trugen neben einem stärkeren Risikobewusstsein auf Seiten der PC-Nutzer vor allem das neue CAN-SPAM-Gesetz mit hohen Haft- und Geldstrafen sowie ein verbesserter Informationsaustausch zwischen den Internet Service Providern (ISPs) dazu bei, die Aktivitäten der Spammer in den USA drastisch einzuschränken. Vor diesem Hintergrund erwarten auch die im ersten Quartal 2006 in den USA überführten Mitglieder einer kriminellen Spammer-Bande, die millionenfach Spam-Mails mit pornografischen Angeboten in Umlauf gebracht hatten, innerhalb der nächsten Monate ihr Urteil.

Jens Freitag: "Wir begrüßen das härtere Vorgehen der USA gegen kriminelle Spammer. Online-Betrüger sind jedoch in allen Ländern tätig und versenden ihre Nachrichten heute bevorzugt über fremde Rechner, die sie gezielt mit Schadsoftware infizieren und unbemerkt per Fernzugriff steuern. Um das weltweite Spam-Aufkommen dauerhaft zu unterbinden, ist eine Kombination aus geeigneten Sicherheitstechnologien mit gesetzlichen Regelungen, eine engere internationale Zusammenarbeit sowie eine nachdrückliche Aufklärung der Anwender notwendig."


Immer mehr Spam aus Europa

Im Gegensatz zu den USA nahm die Spam-Aktivität in europäischen Ländern im ersten Quartal 2006 zu. Deutschland gewann im Vergleich zum letzten Quartal 2005 mehr als einen Prozentpunkt hinzu und war zwischen Januar und März 2006 für drei Prozent aller Spam-Mails verantwortlich. Ebenso stieg die Verbreitung von Spam-Nachrichten in Polen von zwei Prozent auf 3,8 Prozent sowie in Spanien von 2,5 Prozent auf 3,3 Prozent. Auch Großbritannien schaffte im ersten Quartal 2006 mit einem Anteil von 1,9 Prozent den Wiedereinstieg unter die zwölf Spam-freudigsten Staaten. Österreich und Schweiz hingegen zeigen sich wenig aktiv und befinden sich mit einem Anteil von 0,65 Prozent beziehungsweise 0,3 Prozent auf den hinteren Plätzen der Rangliste.

Im Vergleich der einzelnen Kontinente bleibt Asien mit einem Anteil von mehr als 40 Prozent unangefochtener Spitzenreiter. Gleichzeitig liegt Europa mit einem Anteil von 25 Prozent nur mehr knapp hinter Nordamerika (25,6 Prozent).

Der Vergleich der Kontinente ergibt zwischen Januar und März 2006 folgende Rangliste:

Position Kontinent Anteil
1 Asien
   42.8%
2 Nordamerika
   25.6%
3 Europa
   25.0%
4 Südamerika
   5.1%
5 Australien
   0.8%
6 Afrika
   0.6%
Sonstige 0.1%


Jens Freitag: "Europa tendiert dazu, Nordamerika bei der Verbreitung von Spam-Mails zu überholen. Dass eine Verlagerung stattfindet, resultiert aus der erfolgreichen Bekämpfung von Spam in den USA. Wir appellieren an alle Computeranwender und Unternehmen weltweit, ihre Rechner davor zu schützen, sich als Spam-Schleudern missbrauchen zu lassen."

Um nicht Opfer von Spam- und Viren-Attacken zu werden, empfiehlt Sophos allen PC-Nutzern, ihre Antiviren-Software regelmäßig zu aktualisieren und eine richtig konfigurierte Firewall einzurichten. Darüber hinaus sollten Anwender stets die aktuellen Security-Patches auf ihren Rechnern installieren, damit diese nicht Teil eines Zombie-Netzwerks werden können. Firmen sollten zudem unternehmensweite Richtlinien im Umgang mit E-Mail und Internet definieren.

Ausführliche Informationen zum sicheren Computer-Umgang und Anti-Spam-Richtlinien finden Sie hier.