Israelische Verdächtige in Trojaner-Spionagefall ausgeliefert

Januar 31, 2006 Sophos Press Release

Auge
Spyware gibt Hackern die Möglichkeit, vertrauliche Daten von anderen PCs zu stehlen.

Einer Pressemeldung von Reuters zu Folge, wurde an die israelische Polizei jetzt ein Ehepaar ausgeliefert, das beschuldigt wird, einen Trojaner entwickelt zu haben, um israelische Spitzenunternehmen auszuspionieren.

Michael Haephrati und seine Frau Ruth BrierHaephrati wurden im Mai 2005 in London verhaftet. Sie werden beschuldigt, schädliche Spyware geschrieben zu haben, die von Privatdetektiven gekauft wurde, um israelischen Spitzenunternehmen zu helfen, ihre Wettbewerber auszuspionieren.

Das Ehepaar wurde gestern Nacht nach Tel Aviv geflogen, nachdem Großbritannien ihrer Auslieferung zustimmte. Es wird erwartet, dass sie nun von der Polizei verhört werden, die an der großen IndustriespionageUntersuchung beteiligt ist.

Zu den Unternehmen, gegen die von den israelischen Behörden in Verbindung mit diesem Fall ermittelt wird, gehören die MobiltelephonOperatoren Cellcom und Pelephone sowie der Satellitenfernsehanbieter YES. Alle Unternehmen haben jegliche Straftaten abgestritten. Der Trojaner soll die PRAgentur Rani Rahav (zu deren Kunden Israels zweitgrößter MobiltelefonOperator, Partner Communications, gehört) und die KabelTVGruppe HOT ausspioniert haben. Mayer, ein Unternehmen, das Fahrzeuge von Volvo und Honda nach Israel importiert, wird verdächtigt, seinen Rivalen Champion Motors, die von Audi und Volkswagen hergestellte Fahrzeuge importieren, ausspioniert zu haben.

Mindestens 18 weitere Personen, darunter Corporate Executives, wurden von der Polizei in Verbindung mit diesem Fall verhört. In Verbindung mit der Untersuchung wurde auf mehrere Privatdetektive gedeutet, die Kunden der Haephratis gewesen sein sollen.

Berichten der israelischen Medien zu Folge, sollen die Haephratis angeboten haben, gegen ihre vermeintlichen Kunden im Austausch gegen ein geringeres Urteil auszusagen.

Medienberichten zu Folge hat eine Sendung des israelischen Fernsehsenders Channel Two in der vergangenen Woche mit den Haephratis ein Telefoninterview von dem britischen Gefängnis aus geführt, in dem sie in Haft waren. In der Sendung wird behauptete, dass Michael Haephrati den Trojaner ursprünglich als Joke entwickelte und dann versuchte, ihn an die israelischen Verteidigungsbehörden zu vermarkten. Ruth BrierHaephrati soll dann allein entschieden haben, ihn an für Unternehmen arbeitende Privatdetektive zu verkaufen.

"Ich übernehme die volle Verantwortung für meine Fehler", soll Ruth BrierHaephrati dem Fernsehkanal gegenüber gesagt haben. "Michael hat mir immer gesagt: "Tue es nicht. Wende dich nicht an die Detektive. Ich habe das Gefühl, dass sie das System missbrauchen.""

"So mancher wird überrascht die Stirn runzeln, dass Industriespionage wie diese, die anscheinend durch diese Untersuchung aufgedeckt wurde, stattfindet. Dies ist jedoch lediglich die Spitze des Eisberges", sagt Graham Cluley, Senior Technology Consultant bei Sophos. "Alle Unternehmen müssen dafür sorgen, dass sie vor Spyware und anderen schädlichen Angriffen geschützt sind. Die Bedrohung durch "Trojaner auf Bestellung" und "zu mietende Hacker" ist vollkommen real."

Den Haephratis könnte eine Gefängnisstrafe von fünf Jahren bevorstehen, falls sie von einem israelischen Gericht schuldig gesprochen werden. Sollte sich jedoch herausstellen, dass sensible Daten gestohlen wurden, könnt die Strafe höher ausfallen.

Für weitere Informationen über die neusten Trends bei Spyware, Spam und Viren lesen Sie bitte den detaillierten Sophos Security Threat Management Report 2005:

"Sophos Security Threat Management Report 2005" herunterladen Den Bericht herunterladen

Sophos empfiehlt, dass alle ComputerNutzer ein AntivirenProdukt, das dazu konfiguriert wurde, sich automatisch zu aktualisieren, SicherheitsPatches und FirewallSoftware verwenden.