Sophos: Neue Spam-Kampagne lockt mit gefälschtem Impfstoff gegen Vogelgrippe

Oktober 26, 2005 Sophos Press Release

Erhebliche Gesundheitsrisiken für Konsumenten

Die Experten der SophosLabs, der weltweiten Forschungszentren des Comuptersicherheits-Spezialisten Sophos, machen auf eine neue Spam-Kampagne aufmerksam, die den Empfängern der Werbemails den Vogelgrippe-Impfstoff Tamiflu anbietet. Nachdem sich die Vogelgrippe von Asien aus auch nach Europa ausgebreitet hat, wächst die Angst der Bevölkerung vor einer Ansteckung mit dem gefährlichen Virus. Trotz der vorläufigen Entwarnung in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen, wo Zugvögel tot aufgefunden wurden, nimmt auch in Deutschland die Besorgnis vor einer möglichen Epidemie zu. Obwohl Gesundheitsexperten vor Panik warnen, steigt die Nachfrage nach wirksamen Medikamenten gegen den auch für Menschen gefährlichen H5N1-Virus.

Die Spammer missbrauchen die Verunsicherung der PC-Anwender gezielt für ihre Zwecke und empfehlen den Empfängern ihrer E-Mails, sich und ihre Familien durch den Kauf von Tamiflu vor der Vogelgrippe zu schützen. Auf der Website, auf die die User über den im E-Mail angegebenen Link gelangen, können neben Tamiflu angeblich auch Viagra und andere Medikamente erworben werden.

Christoph Hardy, Security Consultant bei Sophos, warnt: 'Computeranwender sollten Medikamente im Internet nur bei ihnen bekannten und seriösen Anbietern erwerben, da Arzneimittel unbekannter Herkunft unter Umständen ein erhebliches Gesundheitsrisiko mit sich bringen können. Spammer interessieren sich nicht für die Gesundheit der Menschen, sondern ausschließlich dafür, ihre Profitgier zu stillen. Medikamente wie Tamiflu sollten daher ausschließlich von dazu befugten Ärzten verordnet werden - nicht von Quacksalbern im Internet.'

Vertreter des Schweizer Arzneimittelkonzerns und Tamiflu-Herstellers Roche berichten, dass sie über Informationen über Internet-Angebote von angeblichen Tamiflu-Präparaten verfügen, bei denen es sich jedoch in Wirklichkeit um Fälschungen handelt. Auch amerikanische und britische Ärzteverbände warnen Konsumenten eindringlich vor den Risiken durch den Erwerb von Medikamenten über Internet.

Christoph Hardy: 'Konsumenten können sich nie sicher sein, dass die von zweifelhaften Anbietern im Internet angepriesenen Arzneimittel echt sind. Beim Versuch, ihre Gesundheit zu schützen, könnten sie so Gefahr laufen, noch größere Risiken einzugehen.'

Mit einem Anteil von mehr als 40 Prozent sind Untersuchungen der SophosLabs zufolge unseriöse Werbemails, die Arzneimittel über Internet anbieten, Spitzenreiter unter allen weltweit verbreiteten Spam-Mails - gefolgt von Angeboten zinsgünstiger Kredite, pornografischer Inhalte sowie diverser anderer, vermeintlich attraktiver Produkte.

Um die Gefahren durch Spam und andere elektronische Schadprogramme zu minimieren, empfiehlt Sophos allen Unternehmen, integrierte IT-Sicherheitslösungen einzusetzen sowie Richtlinien für den sicheren Umgang mit E-Mails einzuführen. Auch Computeranwender können anhand einiger einfacher Richtlinien lernen, wie sich die Menge an unerwünschten E-Mails wirksam reduzieren lässt.

Sophos stellt für Unternehmen und PC-Anwender Richtlinien zum Umgang mit E-Mails bereit unter: http://www.sophos.de/spaminfo/bestpractice.

Weitere Informationen zu Spam unter: http://www.sophos.de/spaminfo/whitepapers

Screenshots der Websites, auf welche die User über den im E-Mail angegebenen Link gelangen, finden Sie unter: http://presse.vibrio.de/mappe/37504