Autor von Premiumraten-Virus nach Diebstahl von 104.000 EUR verurteilt

April 12, 2005 Sophos Press Release

Der Autor des E-Mail-Wurms Marq wurde in Italien verurteilt. Er wurde zu einer Geldstrafe in Höhe von 3.000 EUR und 14 Monaten Haft verurteilt, da er einen Computerwurm geschrieben hat, der Premiumraten-Telefonnummern wählte und so versucht hat, 100.000 EUR zu erbeuten.

Der Mann schrieb den E-Mail-Wurm W32/Marq-A (auch bekannt als Voltan oder Zelig), um ahnungslose Computernutzer auf eine Website zu locken, von der sie ein als Bildschirmschoner getarntes Programm herunterladen konnten. Wurde das Programm gestartet, hat der Wurm die Telefonnummer für den Internetzugang auf eine Premiumraten-Telefonnummer in Aruba auf den Niederländischen Antillen geändert. Diese Premiumrate kostet 1,80 EUR pro Minute.

Es wird davon ausgegangen, dass Ende Oktober 2003 innerhalb von drei Tagen mehr als 57.000 Verbindungsminuten mit der Premiumraten-Nummer zustande kamen. Hätte der Virus weiter sein Unwesen treiben können, wären schätzungsweise 1,2 Millionen Euro monatlich gestohlen worden.

Die italienische Finanzpolizei konnte das mit Hilfe des Wurms gestohlene Geld einfrieren, nachdem es zunächst an ein New Yorker Bankkonto gesendet und dann über Venezuela an ein Konto einer Briefkastenfirma in Aruba transferiert wurde.

Das Verbrechen wurde aufgedeckt und blockiert, nachdem der Mann von Venezuela nach Italien reiste. Der Italiener lebt in Venezuela.

Der Virenschreiber, der zum Zeitpunkt seiner Verhaftung durch italienische Behörden im November 2003 39 Jahre alt war, soll einer härteren Strafe entgangen sein, weil dies sein erstes Vergehen war und er sich den Behörden gegenüber während der Ermittlungen kooperativ gezeigt hat.

Der Marq-Wurm gelangt als E-Mail mit der Betreffzeile "The moment is cathartic" und italienischem Text auf den Computer. Der Empfänger wird aufgefordert, eine Datei herunterzuladen, die angeblich ein Bildschirmschoner namens zelig.scr ist. Flavio Oreglio, ein Star der italienischen TV-Comedy-Serie "Zelig" ist Autor des Buches "The moment is cathartic". Es wird vermutet, dass die gleichlautende Betreffzeile italienische Anwender überzeugen sollte, das schädliche Programm herunterzuladen.

"Es werden immer mehr Virenschreiber gefasst und verurteilt. Die italienischen Behörden haben ein Zeichen gesetzt, indem sie den Autor dieses Wurms dingfest gemacht haben", sagt Graham Cluley, Senior Technology Consultant bei Sophos. "Wir beobachten mehr und mehr Viren und Würmer, die Geld oder Ressourcen von den infizierten Computern ahnungsloser Anwender stehlen sollen. Alle Anwender sollten dem Schutz ihrer Computer hohe Priorität einräumen, besonders wenn sie sich mit dem Internet verbinden."

Sophos empfiehlt Unternehmen, ihre Netzwerke mit einer profunden Lösung zu schützen, die Unternehmen sowohl vor Spam als auch vor Viren schützt.