Neuer Virus tarnt sich als Todesfoto Saddam Husseins

Februar 03, 2005 Sophos Press Release

Die Viren-Experten von Sophos warnen Computer-User vor einem neuen Internet-Wurm. Das Schadprogramm gibt vor, ein Beweisfoto dafür zu sein, dass Saddam Hussein bei einem Fluchtversuch aus seiner Haft getötet wurde. Genau wie der berüchtigte Sasser-Wurm verbreitet sich W32/Bobax-H sowohl über E-Mail als auch über eine Microsoft-Sicherheitslücke.

Die E-Mails, die mit Bobax-H verseucht sind, weisen verschiedene Varianten des folgenden Texts auf: "Saddam Hussein - Attempted Escape, Shot dead Attached some pics that i found". In einigen E-Mails ist auch die Rede davon, dass Osama Bin Laden gefasst worden sei.

Wird das Attachment auf einem Windows PC ausgeführt, riskiert man damit dessen Infektion. Der Wurm setzt dann dazu an, sich an andere E-Mail-Adressen weiterzuleiten und weitere ungeschützte Computer zu attackieren. Dabei versucht er, Antiviren-Software und Sicherheits-Programme zu deaktivieren und installiert ein Mail-Relay-Modul, das extern von Hackern genutzt werden kann, um Spam zu versenden.

"Viele Leute benutzen das Internet mittlerweile, um sich stets über die neuesten Nachrichten auf dem Laufenden zu halten. Genau diese User hat Bobax-H im Visier", meint Graham Cluley, Senior Technology Consultant bei Sophos. "Jeder, der ein unangefordertes Attachment ohne nachzudenken öffnet, läuft damit genau in die Arme von Viren-Schreibern und Spammern."

W32/Bobax-H nutzt die gleiche LSASS-Sicherheitslücke aus, die schon der Sasser Wurm 'erfolgreich' benutzt hat, obwohl diese bereits am 13. April in dem Microsoft Security Bulletin MS04-011 aufgezeigt wurde.

"Eigentlich gibt es keine Entschuldigung dafür, dass diese Sicherheitslücke bei einigen Computern noch immer offen steht, ein Update liegt schließlich seit zehn Monaten vor. Erstaunlich, dass noch immer so viele Viren versuchen, sich über dieses Sicherheitsloch zu verbreiten", fährt Cluley fort. "Wer Windows Computer einsetzt, sollte auf jeden Fall sicherstellen, regelmäßig alle Sicherheitspatches zu installieren."

Saddam Hussein ist nur der jüngste in einer langen Reihe von bekannten Personen, die als Köder von Hackern und Viren-Autoren verwendet werden: Darunter sind Politiker wie Margaret Thatcher, Ronald Reagen oder George W. Bush sowie Prominente wie Bill Gates, David Beckham oder Michael Jackson. Sie alle dienten schon als psychologischer Trick, um User dazu zu bringen, Attachments aus Neugier zu öffnen.

Weitere Informationen über W32/Bobax-H finden Sie hier.