AOL-Mitarbeiter wegen des Verkaufs von 92 Mio E-Mail-Adressen an Spammer angeklagt

Juni 24, 2004 Sophos Press Release

Der 24-jährige Jason S. wurde in seiner Wohnung in West Virginia, in der Nähe der AOL-Zentrale, verhaftet. Laut der Klage der Staatsanwaltschaft am Bundesgericht sind Jason S. und Sean D., 21, der angeblich die Liste mit den E-Mail-Adressen gekauft hat, des Tatbestandes der Verschwörung angeklagt, "große Mengen nicht angeforderter Werbe-Mails - auch bekannt als Spam - an Millionen AOL-Kunden versendet zu haben."

In der Anklageschrift wird S. beschuldigt, seine Kenntnisse als AOL-Mitarbeiter genutzt zu haben, um die Datenbank der AOL-Screen-Names (Verzeichnis der E-Mail-Adressen der AOL-Nutzer) im Mai 2003 zu stehlen. D. soll die Liste gekauft haben und mit ihrer Hilfe für seine eigene Spiele-Website geworben haben, wobei er angeblich bis zu 20.000 Dollar pro Tag verdient hat. D. soll außerdem die wertvolle Liste mit E-Mail-Adressen für 52.000 Dollar weiterverkauft haben, u. a. an Spammer, die für pflanzliche Pillen für Penisvergrößerungen werben.

Sean D. soll Jason S. weitere 100.000 Dollar für eine aktualisierte Liste mit AOL-Nutzern gezahlt haben, die dann ebenfalls an Dritte weiterverkauft wurde.

AOL hat ca. 30 Millionen Nutzer weltweit, allerdings haben viele von ihnen mehrere E-Mail-Konten oder Screen-Names, so dass mutmaßlich ca. 92 Millionen E-Mail-Adressen an Spammer weitergegeben wurden.

"Spam ist ein großes Geschäft, bei dem es viel zu holen gibt - nicht nur durch den Verkauf von Produkten, für die via Spam geworben wird. Lukrativ ist auch der Verkauf von wertvollen E-Mail-Adressen an Personen, die wiederum Millionen nervende E-Mails versenden", sagt Graham Cluley, Senior Technology Consultant bei Sophos. "Unternehmen, die Daten von einer großen Anzahl Kunden haben, müssen diese Daten deshalb sowohl vor externen Hackern als auch vor Mitarbeitern mit unlauteren Absichten schützen."

Nach einer internen Untersuchung musste AOL feststellen, dass einer seiner Mitarbeiter in den Diebstahl der Kundendaten verwickelt war.

Jason S. wurde letzte Woche von AOL gekündigt. Sollte er schuldig gesprochen werden, drohen ihm und Sean D. bis zu fünf Jahren Haft sowie Geldstrafen in Höhe von 250.000 Dollar.

Sophos empfiehlt Unternehmen, sich durch eine profunde Lösung zu schützen, die Unternehmensnetzwerke nicht nur vor Spam, sondern auch vor Viren schützt.