MyDoom Wurm als neueste Taktik im Linux-Streit

Januar 27, 2004 Sophos Press Release

Die Virenexperten bei Sophos gehen davon aus, dass MyDoom-A willentlich als Taktik in der aktuellen Phase der Linux-Kontroverse eingesetzt wird. Wie das Sophos-Virenlabor bestätigte, ist der Wurm so programmiert, dass er eine Denial of Service-Attacke gegen die Website von SCO auslöst und sie zeitweise lahmlegt.

Das Unternehmen SCO geriet zuletzt durch einen Patentstreit in der Linux-Gemeinde stark in Verruf. Die Kontroverse begann bereits im Mai letzten Jahres, als SCO behauptete, dass einige Versionen des Open-Source-Betriebssystems Linux einen Code benutzen, an dem SCO Rechte hält. Das Unternehmen begann daraufhin, Linux-Anwendern eine Lizenz anzubieten, um sie gegen mögliche rechtliche Folgen zu schützen. Führende Linux- Entwickler wie Linus Torvalds, der Erfinder von Linux, bestritten allerdings, dass der Linux- Quellcode geistiges Eigentum von SCO verletzt. SCO hat des Weiteren rechtliche Schritte gegen IBM, Red Hat und Novell eingeleitet.

"Die Auseinandersetzungen zwischen SCO und der Open-Source-Gemeinde dauern bereits seit Monaten an. Der MyDoom-Wurm gibt dem Linux-Streit nun eine neue Intensität", meint Gernot Hacker, Senior Technical Consultant bei Sophos. "Indem der MyDoom-Autor seinen Wurm auf die SCO-Website loslässt, scheint er das Wortgefecht, das derzeit in den Gerichtssäalen und Internetforen tobt, auf eine neue Ebene verlagert zu haben. Falls man den Virenschreiber jemals schnappen wird, wette ich, dass er ein Open-Source-Fan ist."

Sobald der MyDoom-Wurm den PC infiziert hat, versucht er, sich via Massen-Mailing zu verbreiten. Er verwandelt den Computer in einen 'Zombie', der ohne Wissen des PC-Nutzers beginnt, die SCO-Website anzugreifen. "Alle Computernutzer sollten daher sicherstellen, dass ihre Computer durch aktuelle Sicherheits-Updates und Firewalls entsprechend geschützt sind", fährt Hacker fort.