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05 Nov 2003

Italiener des Betrugs und der Verbreitung des Zelig-Wurms beschuldigt

Zelig heißt auch ein Film von Woody Allen

Sophos beruft sich auf italienische Medienberichte, nach denen ein 39jähriger Italiener des Betrugs und der ComputervirenVerbreitung in Verbindung mit dem MarqA Wurm (auch bekannt als Zelig) beschuldigt wird.

Der EMailfähige Wurm W32/MarqA, auch bekannt als Zelig, tauchte erstmals im Oktober 2003 auf und lenkte sorglose Computeranwender auf eine Website, auf der ein als Bildschirmschoner getarntes Schadprogramm heruntergeladen werden konnte. Sobald das Programm gestartet wird, tauscht der Wurm jedoch die Telefonnummer, mit der der User sich ins Internet eingewählt hat, mit einer Nummer aus Aruba auf den Holländischen Antillen aus. Es wird berichtet, dass Verbindungen von insgesamt mehr als 57.000 Minuten mit der spitzentariflichen Telefonnummer zustande kamen, die etwa einem Gesamtbetrag von 104.000 Euro entsprechen. Wäre der Virus nicht vor Vollendung eines Monats vom Netz genommen worden, wären nach Schätzungen rund eine Million Euro in die Telefonleitung geflossen.

Die italienische Polizei für Finanzdelikte konnte das vom Wurm angehäufte Geld einfrieren, dass erst auf ein Konto einer Bank in New York, dann nach Venezuela und schließlich auf ein Konto einer Briefkastenfirma in Aruba transferriert worden war.

Da der Wurm nur italienischen Text beinhaltete, hatte er im Rest der Welt wenig Erfolg.

"Interessanterweise ist MarqA einer der wenigen Viren, die es auf Geld abgesehen haben. Viele Viren verursachen den Unternehmen weltweit größere Systemausfälle und erheblichen finanziellen Schaden, aber bringen dem Virenautoren keinen Geldsegen", sagt Carole Theriault, Security Consultant bei Sophos. "Es ist ein positives Zeichen, dass Behörden aus verschiedenen Ländern zusammenarbeiten, um diese Verbrechen aufzuklären. Wenn Cyberkriminellen bewusst wird, dass sie für ihre Taten bestraft werden können, denken sie vielleicht stärker über die Konsequenzen nach."

Der MarqWurm wird als EMail mit der Betreffzeile "Il momento è catartico" versendet und fordert Anwender auf, einen angeblichen Bildschirmschoner namens zelig.scr herunterzuladen. Flavio Oreglio, Star der italienischen FernsehShow "Zelig", ist Autor des Buches "Il momento è catartico" und es wird angenommen, dass dies einige italienischsprechende Anwender dazu verleitet hat, sich das Schadprogramm herunterzuladen.

Zelig ist außerdem der Name eines Films von Woody Allen aus den 80er Jahren über einen Mann, der in die Vergangenheit reist und dabei verschiedene Verkleidungen annimmt.

Die Neuigkeit aus Italien gewinnt zudem an Brisanz, da Microsoft bekannt gegeben hat, dass das Unternehmen bereit ist, bis zu 500.000 $ für Hinweise zu zahlen, die zur Festnahme von Verdächtigen im Zusammenhang mit den zerstörerischen Würmern Sobig und Blaster führen.

"Die Botschaft an den ComputerUntergrund ist klar und deutlich: Die Behörden sind bestens vorbereitet, kriminelle Handlungen im Internet zu ahnden," fährt Theriault fort.

Über Sophos

Mehr als 100 Millionen Anwender in 150 Ländern verlassen sich auf Sophos‘ Complete-Security-Lösungen als den besten Schutz vor komplexen IT-Bedrohungen und Datenverlust. Sophos bietet dafür preisgekrönte Verschlüsselungs-, Endpoint-Security-, Web-, Email-, Mobile- und Network Security-Lösungen an, die einfach zu verwalten, zu installieren und einzusetzen sind. Das Angebot wird von einem weltweiten Netzwerk eigener Analysezentren, den SophosLabs, unterstützt.

Sophos hat seinen Hauptsitz in Boston, USA, und Oxford, Großbritannien. In Deutschland hat das Unternehmen seinen Hauptsitz in Wiesbaden und ist in Österreich und der Schweiz je an einem Standort vertreten. Weitere Informationen unter www.sophos.de.