Sophos warnt: Julia Roberts-Wurm verstopft E-Mail-Systeme

Juli 07, 2003 Sophos Press Release

Sophos hat heute einen neuen Computer-Wurm mit Star-Allüren entdeckt: Der Wurm gibt vor, ein Bildschirmschoner mit Darstellungen der Hollywood-Schauspielerin Julia Roberts zu sein. Die angekündigten kompromittierenden Bilder, die die Oscarpreisträgerin in der Damentoilette zeigen sollen, dürften von den Managern des Stars nicht autorisiert sein.

Der MyLife-M-Wurm (W32/MyLife-M) ist fähig, sich in einer E-Mail mit der Betreffzeile "FW: Julia Roberts" selbst zu versenden. Das Schadprogramm wurde vorsätzlich im Internet verbreitet und einige Computeranwender haben sich bereits infiziert.

Sobald Empfänger der anzüglichen E-Mail den Bildschirmschoner auf ihrem Rechner installieren, beginnt der Wurm, sich an alle Kontakte im Adressbuch des infizierten PCs zu verschicken. Schwerwiegender ist für die Benutzer jedoch, dass der Wurm zwischen der 50. und 59. Minute der jeweils vollen Stunde versucht, alle Dateien auf der Festplatte zu löschen.

"Die Öffentlichkeit scheint sehr an Fotos von schönen Frauen aus dem Showbusiness interessiert zu sein, aber dies ist etwas völlig anderes, als sich Bilder in der Klatschpresse anzusehen", sagt Gernot Hacker, Senior Technical Consultant bei Sophos. "Virenschreiber missbrauchen oft Prominente, um ahnungslose, neugierige Computernutzer zu locken. Wer nicht vorsichtig ist und Acht gibt, welche Programme er auf seinem PC laufen lässt, kann ganz schnell seine Daten den Bach runter gehen sehen."

Der MyLife-M-Wurm kann sich auch als Bildschirmschoner eines anderen weiblichen Stars ausgeben, wie etwa der kolumbianischen Popsängerin Shakira. In dieser Tarnung verbreitet der Wurm außerdem die trügerische Behauptung, von einem Anti-Virus-Produkt zertifiziert und damit virenfrei zu sein, um Empfänger von seiner Harmlosigkeit zu überzeugen.

Sophos erinnert alle Anwender daran, dass Richtlinien zum sicheren Umgang mit dem Computer und eine stets aktuelle Virenschutz-Software das Infektionsrisiko extrem verringern. Sophos rät Unternehmen, Richtlinien festzulegen, ob und wann Mitarbeiter ausführbare Programme per E-Mail von der Außenwelt erhalten dürfen.

Weitere Informationen über den MyLife-M-Wurm finden Sie in der Virenanalyse