Virenschreiben stark im Trend - Bugbear-B ist schlimmster Parasit 2003

Juni 30, 2003 Sophos Press Release

Sophos fasst die Viren-Erscheinungen des ersten Halbjahres 2003 zusammen

Einem Report von Sophos zufolge ist die Zahl der neu geschriebenen Viren gestiegen. Insgesamt hat der größte spezialisierte Entwickler von Anti-Viren-Software in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 3.855 neue Viren aufgespürt und gegen sie Schutzmechanismen entwickelt. Dies sind rund 17.5 Prozent mehr als im ersten Halbjahr 2002.

Im Zeitraum von Januar bis Juni 2003 war ein Virus wirklich vorherrschend: Bugbear-B machte zwölf Prozent der Meldungen an Sophos aus. Der Wurm führt damit die Viren-Charts an, obwohl er erst vor wenigen Wochen - Anfang Juni - in Umlauf kam. Sein älterer Bruder Bugbear-A verursachte weitere 2.5 Prozent der Anfragen.

Für das vergangene halbe Jahr ergab sich aufgrund der Statistiken des technischen Support-Teams von Sophos folgende Rangliste der am meisten aufgetretenen Viren:

"Bugbear-B ist erst kürzlich auf der Bildfläche erschienen, aber trotzdem hat er mehr Anfragen verursacht, als alle anderen Viren der letzten sechs Monate", sagt Gernot Hacker, Senior Technical Consultant bei Sophos. "Indem er seinen Inhalt bei jedem automatischen Weiterversand verändert und sogar die E-Mail-Adresse des jeweiligen Absenders ausgetauscht hat, ist Bugbear-B zum häufigsten und irritierendsten Virus dieses Jahres avanciert."

Fast zehn Prozent der Kundenanfragen hat Sobig-C im letzten Halbjahr ausgemacht. Dieser Wurm, der sich als Support-E-Mail von Bill Gates, Microsoft, ausgab, hat Platz zwei der Charts erklommen, obwohl er gar nicht das Infektions-Potenzial dazu hatte. Der Schädling war so programmiert, dass er bereits nach einer Woche nicht mehr funktionstüchtig war. Insgesamt gab es fünf Sobig-Würmer in diesem Jahr, von denen die Varianten A und B in den Charts auftauchen. Alle Sobig-Varianten zusammen hatten jedoch die größte Auswirkung auf Unternehmensnetze gezeigt.

Ganz anders als die kurzzeitig drohenden Schadprogramme agiert Klez-H. Obwohl der Wurm bereits im März 2002 das erste Mal registriert wurde, ist er noch immer der am dritthäufigsten gemeldete Wurm in diesem Jahr.

Weitere Entwicklungen des Jahres 2003 schließen ein:

  • Die Zahl der neuen Viren hat im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 17.5 Prozent zugenommen. Dem Anschein nach blieben Virenautoren von der Verurteilung des Schadprogrammschreibers Simon V. im Januar 2003 völlig unbeirrt. Simon V. wurde für schuldig befunden, drei Mass-Mailing Würmer programmiert und verbreitet zu haben, und wurde von einem britischen Gerichtshof zu zwei Jahren Haft verurteilt.
  • Acht der Top-Ten-Viren sind fähig, sich über mehr als eine Art zu verbreiten, indem sie eine Kombination aus E-Mail, Internet Relay Chat (IRC), Network-Shares und/oder Peer-to-Peer-File-Sharing-Plattformen ausnutzen. Virenschreiber verlassen sich nicht mehr nur auf E-Mail, um ihre Schadprogramme voranzutreiben. Computeranwender sollten sicher gehen, dass ihr Desktop-Virenschutz alle Kommunikationskanäle unterstützt und schädliche Codes egal auf welchem Verbreitungsweg aufspürt.
  • Der Slammer Wurm vom Januar war der häufigste Internet-Wurm in diesem Halbjahr. Der Wurm nutzte eine sechs Monate alte Schwachstelle in Microsoft Windows 2000 aus, um sich zu verbreiten. Teile des Internets verlangsamten sich dadurch immens und einige ATM-Server waren in den USA infiziert. Sophos rät Nutzern Patches von Software-Herstellern sofort zu installieren, sobald sie auf den Markt kommen.
  • Avril Lavigne gilt bis jetzt als der Viren-Star des Jahres, denn die zwei Avril-Würmer machen ganze 5.5 Prozent der Gesamtwertung des Virenreports aus. Der Igloo-Wurm, der behauptete unautorisierte Fotos von Catherine Zeta-Jones, Shakira, Sarah Michelle Gellar und Sandra Bullock zu enthalten, hat es nicht in die Charts geschafft.
  • Einige Viren nutzten bestimmte Nachrichten und aktuelles Tagesgeschehen aus, um verstärkt in Umlauf zu kommen. So tarnte sich beispielsweise der Coronex-Wurm als Information über den biologischen SARS-Virus und der Ganda-Wurm als geheime Spionage-Fotos aus dem Irak-Krieg. Keiner der Würmer hat weitreichende Infektionen verursacht.
  • Im Mai kündigte die University of Calgary, Kanada, an, einen Kurs im Schreiben von Schadprogrammen zu geben. Die Anti-Viren-Gemeinde hat dieses Seminar einheitlich auf der Grundlage verurteilt, dass es nicht erforderlich ist, Viren schreiben zu können, um zu wissen, wie sie funktionieren und wie sie abgewehrt werden können.

Hoaxes seit Januar 2003

Im ersten Halbjahr 2003 ergab sich folgende Rangliste der am häufigsten aufgetretenen Hoaxes:

"Hoaxes sind eine echte Plage, denn sie verschwenden Zeit, Geld und Bandbreite und lassen so manchen Mitarbeiter das Gesicht vor den Kollegen verlieren", erklärt Gernot Hacker weiter. "Es ist sehr enttäuschend zu sehen, dass JDBGMGR noch immer die Hoax-Charts dominiert. Es scheint, dass Anwender nur all zu gern das glauben, was sie per E-Mail erfahren."

Eine Grafik zur Viren Top Ten des Halbjahres 2003 finden Sie hier.

Weitere Informationen über sichere Computeranwendung und Tipps zum richtigen Umgang mit Hoaxes