Sind Gesetze gegen Hackerangriffe nutzlos?

April 08, 2003 Sophos Press Release

Sind Gesetze gegen Hackerangriffe nutzlos?

Sophos, größter spezialisierter Entwickler von Anti-Viren-Software für Unternehmen, zeigt sich verwundert: Ein Computer-Hacker aus Bankstown, Neusüdwales, kam bei einem Gerichts-Prozess ohne strafrechtliche Verurteilung davon, obwohl sogar sein Rechtsanwalt zugegeben hat, dass sein Klient das Gesetz gebrochen hat. Der Mann hatte sich in das Firmennetz von OptusNet eingehackt.

Der 22-jährige Stephen Craig D. wurde Berichten zufolge freigesprochen, obgleich er sich durch ein Sicherheitsloch im System sogar Einblick in die Personaldaten von Tausenden von OptusNet-Kunden verschafft hat. Sein Rechtsanwalt soll dabei geltend gemacht haben, dass dieser Angriff nichts als eine intellektuelle Herausforderung für seinen Mandanten gewesen wäre.

"Warum gibt es überhaupt Gesetze gegen Hacker, wenn überführte Täter dann doch ungeschoren davon kommen? Nachahmer könnten daraus schlussfolgern, dass auch sie keine Bestrafung zu befürchten haben", fragt sich Pino von Kienlin, Managing Director bei Sophos Deutschland. "Es ist schlichtweg nicht akzeptabel, dass sich jemand in fremde Computersysteme einschleicht und sich dort 'nur mal so umsieht', besonders, wenn persönliche Informationen von Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern eingesehen werden können. Alkohol am Steuer wird auch nicht dadurch legal, dass die Straßen frei sind."

Sophos hält für Verbrechen dieser Art einen Bußgeldbetrag oder einige Stunden Sozialarbeit für angemessen. So könnte der Staat der Bevölkerung verdeutlichen, dass Hacking unmoralisch und illegal ist, ohne an Stephen Craig D. gleich ein Exempel zu statuieren.