Israelische Jugendliche wegen Goner-Virus angeklagt

August 07, 2002 Sophos Press Release

Israelischen Zeitungsberichten zufolge ist gegen fünf Teenager wegen des W32/GonerA Virus Anklage erhoben worden. Der Virus hatte sich Ende letzten Jahres weltweit verbreitet.

Nach Angaben der Zeitung Ha'aretz sind die fünf Jugendlichen vor dem Gericht in Haifa beschuldigt worden, weltweit Computer in Unternehmen und von Privatpersonen sowie der amerikanischen Weltraumorganisation NASA geschädigt zu haben. Die Jugendlichen haben vorsätzlich einen Computervirus geschrieben und über das Internet verbreitet.

Ein Jugendlicher wurde angeklagt, der Autor des GonerVirus (auch bekannt unter dem Namen Pentagone) zu sein, während die anderen Teenager der Verbreitung des Virus beschuldigt wurden. Der Virus infizierte Tausende Computer weltweit. Ein Mitglied der Gruppe wurde außerdem angeklagt, bereits einen Virus geschrieben zu haben, dessen Ziel Internet Chat Rooms waren. Der Virus konnte jedoch nicht den beabsichtigten Schaden anrichten.

W32/GonerA verbreitete sich via EMail mit der Betreffzeile 'Hi'. Das EMail beinhaltete ein infiziertes Attachment 'GONE.SCR', das sich als Bildschirmschoner ausgab. Wenn ein Anwender das Attachment aktivierte, so versendet sich der Virus an alle Adressen im Outlook Adressbuch des Anwenders und im InternetChat. Der Bildschirmschoner zeigte folgende, scheinbar vom Versender an Freunde gerichtete, Nachricht:

"pentagone coded by: suid tested by ThE_SKuLL and |satan| greetings to: TraceWar, k9unit, stef16, ^Reno. greetings also to nonick2 out there where ever you are."

W32/GonerA graphical display

'Es könnte sein, dass der Schlüssel zur Festnahme in dieser Nachricht lag', erklärt Graham Cluley, Senior Technology Consultant bei Sophos. 'Virenautoren benutzen meist Deck oder Spitznamen, um ihre wahre Identität zu verbergen. Diese können für Ermittlungsbeamte in der Computerkriminalität jedoch wie ein virtueller Fingerabdruck wertvolle Anhaltspunkte darstellen.'

'Es ist gut zu sehen, dass die Justizbehörden im Bezug auf Virenautoren endlich strikter vorgehen', so Graham Cluley weiter. 'Rigorosere Urteilssprüche führen hoffentlich dazu, dass Virenautoren zweimal nachdenken, bevor sie einen neuen Virus schreiben.'

Laut Meir Zohar, Leiter der Sektion Computerkriminalität, haben die Angeklagten bei Verurteilung drei bis fünf Jahre Gefängnis zu erwarten.