Nimda führt Viren-Top-Ten 2001 an

November 30, 2001 Sophos Press Release

Die von Sophos erstellte Viren Top Ten 2001 zeigt auf, dass E-Mail-fähige Würmer auf dem Vormarsch sind.

Sophos, weltweit einer der führenden Spezialisten für Antiviren-Lösungen in Unternehmen, teilt mit, dass 2001 nur zwei einzelne Viren, nämlich Nimda und Sircam, für fast 50% aller Anrufe beim Sophos-Support gesorgt haben. Code Red, , der medienpräsenteste Virus dieses Jahres, ist in der Statistik nicht einmal vertreten. Sophos hat bis jetzt in diesem Jahr 11.160 neue Viren, Würmer und Trojaner entdeckt, womit das Unternehmen heute vor fast 70.000 Viren schützt. Die Sophos Virenlabore entdecken heute durchschnittlich über 30 Viren pro Tag.

Die Viren Top Ten Liste sieht nach Angaben des Technischen Supports von Sophos folgendermaßen aus (an erster Stelle steht der am häufigsten gemeldete Virus):

'Der unbekannte Nimda-Autor hat seine Kreation erst im September vom Stapel gelassen, und dennoch ist Nimda der Grund für mehr als ein Viertel aller Anrufe beim Sophos-Support gewesen', erklärt Gernot Hacker, Senior Technical Consultant bei Sophos Anti-Virus. 'Nimda war sehr effektiv, da er sich mehrerer Sicherheitslücken bediente. Wahrscheinlich werden wir in Zukunft noch weitere Attacken dieser Art erleben.'

Knapp hinter dem Nimda-Wurm befindet sich der Sircam-Wurm in der Rangliste. Da Sircam bei jeder Replizierung eine neue Betreffzeile erzeugt, klickten zahlreiche Anwender achtlos infizierte E-Mail Attachments an. Sircam richtete besonders viel Schaden an, da er vertrauliche Dokumente stahl und an alle im Adressbuch eingetragene E-Mail Adressen weiterschickte.

Neben allen neu entdeckten Viren und Würmern, wie Nimda, Sircam, Anna Kournikova und Homepage, erscheint in der Viren Top Ten auch ein Wurm, der erstmals 1999 auftauchte. Der Kakworm führte die Statistik bereits letztes Jahr an und ist dieses Jahr noch auf Platz sieben zu finden.

Weitere Entwicklungen im Jahr 2001:

  • Das Schicksal von Virenautoren gibt weiterhin Anlass für Diskussionen. Der Autor des Anna Kournikova-Wurms, Jan de Wit, wurde zwar für schuldig erklärt, aber nur zu 150 Stunden gemeinnütziger Arbeit in Holland verurteilt. 50 Unternehmen gaben zu, von diesem Wurm befallen worden zu sein. In den USA hingegen wartet David L Smith, zwei Jahre nachdem er sich schuldig bekannt hatte, den Melissa-Virus geschrieben zu haben, immer noch auf seine Verurteilung. Der Melissa-Virus verursachte einen Schaden in Höhe von 80 Millionen Dollar.
  • Im März trat mit Lindose zum ersten Mal ein Virus auf, der sowohl Windows als auch Linux Betriebssysteme befiel. Der Unix-Wurm Sadmind (der erstmals im Mai entdeckt wurde) zeigte auf, dass nicht nur Microsoft Systeme von Viren heimgesucht werden.
  • Mit FunnyFile und Choke wurden erstmalig Viren entdeckt, die Instant Messaging Plattform angriffen. Dies zeigte Anwendern, dass es notwendig ist, umsichtiger zu sein. Unternehmen erkannten, dass Viren nicht nur über E-Mails verbreitet werden.
  • Trotz eines künstlich erzeugten Hypes tauchte 2001 kein Virus auf, der Palms oder Handys befiel.
  • Code Red sorgte seit Juli für Schlagzeilen und war der Grund für Tausende besorgter Anfragen von Anwendern. Obwohl einige Sicherheitsexperten vorausgesagt hatten, dass durch Code Red das Internet kollabieren werde, erscheint der Wurm jetzt nicht einmal in der Viren Top Ten dieses Jahres.

Prognose für 2002:

  • Laut Sophos wird es 2002 zu noch mehr Virusattacken kommen. Ständig offene Verbindungen zu Hause mittels ADSL und Kabelmodems erhöhen die Verwundbarkeit für Hackerangriffe.