Viren-Premieren wirken weiter

Januar 26, 1999 Sophos Press Release

Sophos bekämpfte 1998 mehr neue Viren als je zuvor und liefert rechtzeitig zum nächsten "CIH-Tag" perfektioniertes Gegenmittel

Sophos, größter unabhängiger europäischer Anbieter von Antiviren-Software, meldet für 1998 einen beunruhigenden Trend: Nie zuvor gab es so viele neue, bemerkenswerte Viren. Ein aktueller Sophos-Bericht spricht von sieben großen neuen Virenarten in den letzten 12 Monaten.

Die interessanteste und gefährlichste Entdeckung war das 'CIH'-Virus. Dabei handelt es sich um das erste Virus, das Hardware angreift. Obwohl erst im Juni erstmals gefunden, belegt 'CIH' den achten Platz in der Liste der im Jahr 1998 am häufigsten gemeldeten Viren. Wie das 'Marburg'-Virus gehört 'CIH' zu der Gruppe der parasitären Viren, die sich an EXE-Dateien hängen.

Rechtzeitig zum 26.4.1999 (dem nächsten Termin, zu dem die häufigste 'CIH'-Variante ausgelöst wird) stellt Sophos mit der Standalone-Software SWCIH 1.10 ein Mittel vor, mit dem das 'CIH'-Virus erstmals vollständig entfernt werden kann. Der vom Magazin Virus Bulletin erwartete "große Streß" und mögliche Panik soll so erst gar nicht aufkommen. Während Sophos Anti-Virus bereits seit Erscheinen des 'CIH'-Virus eine Infektion wirkungsvoll verhindert, kann der Anwender jetzt befallene Dateien vollständig reinigen. Bisherige Antiviren-Programme entfernten häufig nicht nur einen Teil des Virus, sondern zerstörten dabei auch gleich die infizierten Dateien.

"Daß unser neues 'CIH'-Gegenmittel ein vom Virenscanner separates Werkzeug ist, bietet einen erheblichen Vorteil: Wir können dadurch vollständige Desinfektion sichern, ungehindert von den Erfordernissen der Viren-Engine in unseren Virenscannern SWEEP oder InterCheck," erläutert Pino von Kienlin, Geschäftsführer der Sophos GmbH.

Sophos-Kunden erhalten das Anti-'CIH'-Mittel kostenlos auf der monatlichen Update-CD. Andere Interessenten sollten sich an Sophos (Tel.: 06136 / 911 93, E-Mail: info@sophos.de) wenden.

1998 - Gefährliche Trends und Panikmache in der Virenwelt

Zahlreiche Viren des letzten Jahres wurden überschätzt. So tauchte im August mit 'StrangeBrew' das erste Virus auf, das Java-Anwendungen infizierte. Die schlimmsten Sorgen von Anwendern stellte sich aber als unnötig heraus: Das Virus infiziert zwar Java-Anwendungen, kann sich aber nicht über webbasiertes Java verbreiten. Darüber hinaus wurden im Oktober die ersten VBS (Visual Basic Script)-Viren entdeckt.

Microsoft Office 97 war im letzten Jahr eines der Hauptziele für Virenentwickler, die hierfür drei neue Virenarten aufboten. Im April erschien der erste Access-Virus, während es sich bei 'StrangeDays' und 'Shiver' um die ersten "Cross-Infektoren" handelte. Diese befallen sowohl Word- als auch Excel-Dateien mit demselben Code. Die letzte größere Komponente der Office 97 Suite wurde am Ende des Jahres Opfer eines Angriffs: Das 'PM97/Attach'-Virus infiziert PowerPoint.

Sogar Windows NT blieb nicht verschont. Im Dezember erschien mit "Remote Explorer" das erste Virus, das sich als NT-Dienst tarnt. "Die hohe Zahl neuer Viren im letzten Jahr unterstreicht, wie gut es war, in unser neues Antiviren-Forschungslabor zu investieren," meint Pino von Kienlin, Geschäftsführer der Sophos GmbH. "Wir dürfen aber bei der Arbeit, neuesten Entwicklungen auf der Spur zu bleiben, nicht alte Virentypen aus den Augen verlieren. War doch das Makrovirus 'Excel/Laroux' das 1998 am häufigsten an Sophos berichtete Virus."